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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Die Treuchtlinger Ortsteile

In den 1970er Jahren wurden die eigenständigen Gemeinden Auernheim, Bubenheim, Dietfurt, Graben, Grönhart, Gundelsheim, Haag, Möhren, Schambach, Wettelsheim und Windischhausen samt umliegenden Einödhöfen, Mühlen und Weilern nach Treuchtlingen im Rahmen der Gebietsreform eingemeindet. Die historischen Daten finden Sie weiter unten, die angegebenen Höhenmeter beziehen sich jeweils auf den Ortskern des Ortsteiles.

Straßenpläne der Ortsteile

Im August 2005 wurden einige Straßen in Treuchtlingen und den Ortsteilen umbenannt und können hier als jpg (900 KB) abgerufen werden.

Alte Straßenbezeichnung neu
Treuchtlingen, Lettenstraße Zuordnung zur Wettelsheimer Straße, Wald-, Berg- und Hahnenkammstraße
Treuchtlingen, Weiherweg Am Weiherbrünnlein
Auernheim, Hauptstraße Frankenstraße
Schambach, Bergstraße Obere Bergstraße
Schambach, Hauptstraße Schambachtal
Schambach, Weißenburger Straße Zum Wirtsbuck
Wettelsheim, Bergstraße Patrichsiedlung
Wettelsheim, Waldstraße Waldblick
Wettelsheim, Bahnhof- und Hauptstraße An der Rohrach


Auernheim (ca. 613 m, Kirche 634 m)

Auernheim

Die erste Erwähnung dieses Hahnenkammdorfes erfolgte 1057 bis 1075 als Vrenheim (= Urenheim; was soviel bedeutet wie: "zum Heim eines Uro") anlässlich einer Kirchweihe durch Bischof Gundekar von Eichstätt. Für die Entstehungszeit dieses ehemaligen Freibauerndorfes ist das 6. bis 8 Jahrhundert anzunehmen. Die Vogtei über das dortige Königsgut ging 1248 vom Reich an die Marschälle von Pappenheim über. Mit dem Aufkommen eines Ortsadelsgeschlechtes 1253 ging die Dorffreiheit verloren. Die Kirche im Pfarrdorf ist dem Heiligen Georg geweiht und zusammen mit dem Friedhof als Wehrkirche angelegt. Sie ist eine der schönsten Kirchen dieser Gegend.

1824 gab es in diesem Haufendorf 94 Anwesen mit 455 Einwohnern. 1846 war Auernheim auch Sitz eines königlichen Revierförsters. Auernheim ist der höchstgelegene Ort Mittelfrankens auf dem Jura. Die daraus immer wieder resultierende Wassernot konnte 1951 durch den Bau einer modernen Wasserleitung beseitigt werden. Vom Kirchberg des Ortes hat man eine herrliche Aussicht zum Hahnenkamm, zur Weißenburger Bucht und zur Altmühlalb, zum Ries und an Föhntagen bis zu den Alpen. Bis heute wurde auf vielen Anwesen die Landwirtschaft ganz oder teilweise aufgegeben.

Heute gibt es hier noch zwei Gastwirtschaften. Auf die Ausübung des Braurechts verzichtete man schon vor der Jahrhundertwende. 1983 wurde hier ein Altenpflegeheim mit 60 Betten gebaut.

Weitere Informationen über Auernheim finden Sie auch unter www.auernheim-mfr.de.

Bubenheim (ca. 415 m)

Bubenheim

Bubenheim gehört zu den wenigen Orten in der Umgebung von Treuchtlingen, die schon im 8. Jahrhundert erwähnt wurden. Im Jahr 792 besuchte Karl der Große anlässlich des Baus der Fossa Carolina Bubenheim (damals: Pubnhaim, d. h. "zu dem Heim des Buobo"). Die Entstehungszeit ist für das 7. bis 8. Jahrhundert anzunehmen. Im 13. Jahrhundert waren hier die Grafen von Graisbach begütert. Als wichtigste Besitzer treten später die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach sowie die Fürstbischöfe von Eichstätt auf. Die Kirche trägt das Patrozinium des Heiligen Kreuzes.

1824 gab es hier bereits 35 Anwesen und 222 Einwohner. 1846 werden auch eine Brauerei mit Gastwirtschaft, eine Tafernwirtschaft und ein Krämer erwähnt. Heute gibt es nur noch wenige landwirtschaftliche Betriebe.

Das Dorf liegt unmittelbar an der Altmühl und zieht sich um den Bubenheimer Berg, auf dem 15 Millionen alte Gesteinsarten aus dem Riesauswurf (Meteoriteneinschlag) zu finden sind. Der Rastplatz "Vielsteine" bietet einen prächtigen Rundblick. Der Südhang mit vielen Nuss- und Kirschbäumen lädt zu wunderschönen Wanderungen ein.

Unweit vom Dorf befindet sich ein Fluggelände (Klasse III). Rundflüge mit Motor- und Segelflugzeugen sind möglich.

Dietfurt (ca. 410 m)

Dietfurt

Bereits 802 wird der Ort erstmals erwähnt, als Reginsind, die Tochter Germunts aus dem fränkischen Hochadel, ihre Besitztümer in Theotfurt im Gau Sualafeld dem Kloster St. Gallen in der Schweiz übereignet. Hieraus wird altes fränkisches Königsgut ersichtlich, welches sich an einem Altmühlübergang befindet, der schon zur Römerzeit genutzt wurde. Sie stand dem ganzen Volk zur Verfügung und war auch eine via publica, d. h. eine öffentliche und unter königlichem Schutz stehende Fernstraße. Der Ortsname bedeutet demnach "Siedlung an der allgemeinen Furt". Dietfurt dürfte im 5. oder 6. Jahrhundert entstanden sein. Die wichtigsten mittelalterlichen Grundherren waren unter anderem die Marschälle von Pappenheim. Dem Kloster St. Walburg schenkte im Jahr 1034 Graf Leodegar von Lechsgemünd-Graisbach die Taverne. In diesem "Gasthaus zur Post" logierten u. a. König Gustav Adolf von Schweden und der König von Böhmen, Pfalzgraf Friedrich.

Dietfurt ist der Eingang zum romantischen Altmühltal. In den Wäldern, die bis an den Ort heranreichen, und entlang der Altmühl sind herrliche Spaziergänge möglich. Der Feriengast wohnt hier auf dem Dorf und genießt doch die Vorteile, die ihm Treuchtlingen als anerkannter Erholungsort bietet. Weitere Infos sind auch unter www.dietfurt-online.de abrufbar.

Falbenthal (ca. 500 m)

Dieser Ort war im Jahr 1250 als Besitz des Klosters Wülzburg unter dem Namen Walwental eingetragen. Auch in den folgenden Jahrhunderten gehörte der Ort dem Kloster und somit später den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Der Ortsname kann mit "Siedlung im fahlen Tal" erklärt werden, wobei die heutige Schreibweise erstmals 1537 auftaucht. Da die Ortsbezeichnung auf einem Flurnamen beruht ist anzunehmen, dass die Gründung nicht vor dem 12. Jahrhundert vermutet werden kann. 1608 ging Falbenthal von den Markgrafen als Rittermannlehen an Hans von Buchholz zu Helfenberg. Damals gehörten eine adelige Behausung, ein Gesindehaus, ein Schafhaus, ein Viehhaus, eine dreifache Scheuer, drei Baumgärten sowie Äcker, Wiesen und Holz zu diesem Lehen. 1642 wurde dann das Gut vom Obristen Johann von Leubelfing erworben, dessen Sohn August von Leubelfing als Gustav Adolfs Page in die Geschichte einging. 1732 werden ein Schlösschen, eine Ziegelhütte und elf zu diesem Gut gehörende Söldenhäuschen genannt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde aus dem örtlichen Gasthaus eine Flaschenbierhandlung. Das Schloss dient nur noch als Wohngebäude. Die Besitzer der meisten Anwesen sind Landwirte, jedoch leben auch Pendler im Ort.

Graben (ca. 413 m)

Graben
Karlsgraben

Das kleine Dorf Graben hat wohl seinen Namen von der Fossa Carolina (Karlsgraben) als "Siedlung am Graben" erhalten, einem frühgeschichtlichen Bodendenkmal von europäischer Bedeutung. Es handelt sich hier um einen Versuch Kaiser Karls des Großen, 793 die Flusssysteme von Rhein und Donau über die Wasserscheide zwischen Pubnhaim, Graben und Weizenburch durch einen Kanal zu verbinden. Zu dieser Zeit dürfte auch der Ort begründet worden sein. Große Erdwälle und Bodenaushebungen zeugen auch heute noch von dem Bauvorhaben. Das Dorf liegt am Fuß des Nagelbergs und ist nicht weit von einem Naturlehrpfad und dem Hexentanzplatz auf dem Plateau des Berges entfernt. Aus dem Jahr 1169 ist ein Ortsadelsgeschlecht Liutfrit von Graben bekannt. Als Grundeigentümer treten im 14. Jahrhundert die Grafen von Truhendingen und das Kloster St. Walburg in Eichstätt sowie die Wiriche von Treuchtlingen und die Marschälle von Pappenheim auf. Später ist auch der Deutsche Orden in Ellingen dort begütert. Die örtliche Kapelle hat die Heilige Kunigunde zur Schutzpatronin. Von Bedeutung sind die darin die entdeckten gotischen Fresken aus der Zeit um 1430 bis 1450. 1824 gab es hier außer den Bauern auch einige Weber, einen Schneider, einen Schuster und einen Schmied sowie zwei Gastwirtschaften, von denen eine auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch Bier braute. Beide wurden jedoch aufgegeben. Das ehemalige Schulhaus beinhaltet jetzt das Gasthaus "Zum Karlsgraben", dessen fränkische Küche zu erwähnen ist. Die Pendler des Ortes arbeiten vorwiegend in Treuchtlingen und Weißenburg, während Vollerwerbs- und einige Nebenerwerbsbetriebe die Tradition der Landwirtschaft fortführen.

Der Grabener Friedhof wurde 1987 mit der Silbermedaille des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen ausgezeichnet.

Graben nahm erfolgreich am Bezirkswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" im Jahre 1997 teil und bewarb sich auch 1999 für den Bundeswettbewerb.

Die Karlsgrabenausstellung mit Multimedia-Präsentation, die den Karlsgrabenbau vor über 1200 Jahren rekonstruiert, ist in der sog. Hüttinger-Scheune untergebracht und außer dienstags täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Grönhart (ca. 443 m)

Der Name Grönhart bedeutet "Siedlung am sandigen Wald". Dadurch wird auf die Schwemmsandhöhe Bezug genommen, auf der sich der Ort befindet. Die Entstehung des Ortes ist wohl im 11. oder 12. Jahrhundert zu vermuten. Die Erstnennung erfolgt 1251 als ein Ortsadelsgeschlecht, Heinricus Grienhart, genannt wird. Das Rittergeschlecht starb wohl im 13. Jahrhundert aus. In den darauffolgenden Jahrhunderten sind das Kloster Wülzburg, die Wiriche von Treuchtlingen und die Marschälle von Pappenheim hier begütert. 1824 hatte dieser Weiler sieben Anwesen und 35 Einwohner. 1846 wird ein Wirt und Branntweinbrenner erwähnt. Die Gastwirtschaft stellte aber ihren Betrieb ca. 1960 ein. Somit gibt es hier heute noch Vollerwerbsbetriebe und nichtlandwirtschaftliche Anwesen. Grönhart eignet sich hervorragend zum Wandern und Radwandern. Gleich in der Nähe der Ortschaft befindet sich die europäische Talwasserscheide. Diese verbindet die beiden Flusssysteme Schwäbische Rezat und Altmühl. Genau an dieser Stelle wurde 1984 am tiefsten Punkt der Talwasserscheide ein Brunnen aufgestellt. Er entlässt sein Wasser in zwei Rinnsale: Einer der kleinen Bäche fließt dem Karlsgraben (Fossa Carolina) und damit der Altmühl und Donau zu, der andere der Rezat und somit Main und Rhein entgegen.

Gundelsheim (ca. 445 m)

Im lieblichen Möhrenbachtal liegt der Ort Gundelsheim, der 1065 erstmalig genannt wurde. Auf Grund des Namens reicht die Entstehung in das 7. bis 9. Jahrhundert zurück ("zu dem Heim des Gundolf"). 1065 übergab Adalbert von Dambach (bei Wassertrüdingen) einen Teil seines Gutes Gundelsheim dem Kloster St. Ulrich in Augsburg. In der Zeit zwischen 1182 und 1195 weiht Bischof Otto von Eichstätt die Dorfkirche mit inzwischen barocker Ausstattung. Im 14. und 15. Jahrhundert wechselt der Ort einige Male die Herrschaft.

Geologisch interessant ist der Marmorsteinbruch - Auswurfgestein des Rieses (Einschlag eines Meteoriten) liegt sichtbar auf dem Kalkstein, was amerikanische Astronauten veranlasste, Gundelsheim zu besuchen. Dieser Steinbruch sorgte durch seine Lieferungen für Staatsbauten wie den Flughafen Tempelhof in Berlin oder das Haus der Kunst in München für gewissen Aufschwung. Wanderungen und Radtouren durch die schöne Gegend sind vom Ort aus möglich.

Anlässlich der 950-Jahr-Feier wurde der Gundelsheimer Höhenweg eröffnet. Entlang des 7,3 km langen Rundweges kann man auf den zahlreichen Rastplätzen die Aussicht auf Gundelsheim genießen. Auch der neu gestaltete schöne Dorfplatz und die Kirche lohnen einen kurzen Besuch.

Haag (ca. 499 m)

Haag

1214 werden Gütlein zu Hage als Besitz des Marschalls von Pappenheim genannnt. 1360 gehören die Güter dem Kloster St. Walburg in Eichstätt, während die Marschälle nur das Vogteirecht ausüben. Aufgrund der Besitzverhältnisse kann angenommen werden, dass der Ort Haag im 12. Jahrhundert vom Kloster St. Walburg gegründet wurde. Der Name bedeutet "bei der eingehegten Stelle". 1824 befanden sich hier sieben Wohngebäude, heute sind es zwölf. Auf einem Geländevorsprung in das Tal Richtung Möhren liegen die Wälle einer mittelalterlichen Burg, die 1263 von Ludwig dem Strengen zerstört worden sein soll.

Möhren (ca. 425 m)

Möhren

Der im Möhrenbachtal gelegene Ort Möhren tritt erstmalig urkundlich in Zusammenhang mit dem Ortsadelsgeschlecht der Herren von Möhren (1198 bis 1346) auf. Bereits 1259 sind mehr als 500 Personen, darunter Krämer, Handelsleute, Hafner, Schreiner und auch ein Chirurg, vermerkt. 1295 kauft Marschall Heinrich von Pappenheim von "Wirnt und Hildebrand von Möhren" die Burg zu Möhren mit dem Kirchensatz (dem Patronatsrecht) im Dorf und die Mannlehen. Spätere Lehensherren waren die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Bis ins zwanzigste Jahrhundert wurde auf dem heutigen Anwesen der Gastwirtschaft "Jägersruh" Bier gebraut.

1890 hatte Pfarrer Johann Michael Schmidt das "Schutzengelhaus" als Kinderheim erbaut, das 1976 nach Eichstätt verlegt wurde. Von 1979 bis 1983 waren darin vietnamesische Flüchtlinge aus Flüchtlingslagern in Manila und Hongkong untergebracht. Zur Zeit steht das Haus leer.

Die Umgebung Möhrens ist sehr reizvoll und lädt zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Ideale Bedingungen für Radwanderer bietet der sogenannte "Quellenweg". In der Nähe des Ortes liegt der Waldlehrpfad im Heumöderntal. Ausflüge ins nahe romantische Altmühltal, nach Pappenheim und Solnhofen, zum Uhlberg und Hahnenkamm bieten sich an.

Ober- und Unterheumödern (ca. 517m bzw. 498 m)

Oberheumödern

Oberheumödern

Der Name kann gedeutet werden mit "bei den Grasmähdern", "Siedlung zu den Wiesen, wo geheut wird" oder auch "Grasboden, auf dem nur einmal gemäht wird". 1403 haben Wirich und Jobst von Treuchtlingen einem Mann namens Reynbot Dompne "daz weiler Oberheymenden" verpfändet. 1596 gehören ein Meierhof, fünf Gütlein und vier Häuser zu Oberheymendern. Der Besitzer war damals der Marschall von Pappenheim-Treuchtlingen. Von diesem ging der Ort an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach über.

1824 gab es hier zusammen mit Unterheumüdern 18 Anwesen mit 114 Einwohnern. 1846 werden ein Wirt und ein Schmied verzeichnet; in Oberheumödern lebten zu der Zeit "96 Seelen".

Schön eingebunden in das dörfliche Gefüge ist das Schulhaus von 1813, in dem bis 1932 Unterricht gehalten wurde. Heute gibt es hier nur noch 12 Anwesen, auf denen im wesentlichen gemischte Landwirtschaft betrieben wird.



Unterheumödern

1286 taucht Heumödern erstmals auf, als das Kloster Wülzburg dem Ulrich von Mittelburg Einkünfte aus Möhrenberg, Wolfhausen und haemedern zubilligt. Der Name kann gedeutet werden mit "bei den Grasmähdern", "Siedlung zu den Wiesen, wo geheut wird" oder auch "Grasboden, auf dem nur einmal gemäht wird". Als Entstehungszeit ist das 12. Jahrhundert anzunehmen.

Das Kloster hatte diese Güter zuvor von ihm erhalten. Später sind die Marschälle von Pappenheim und der Deutsche Orden in Ellingen im Besitz von Hewmedern, danach Wirich und Ulrich von Treuchtlingen.

Im 15. Jahrhundert wird der Weiler an das Kloster St. Klara in Nürnberg verpfändet. 1489 ist die Rede von zway Hewmedern. 1299 übereignet Ulrich von Treuchtlingen dem Kloster St. Walburg in Eichstätt gewisse Einkünfte aus seinen Gütern zu Haemaedern. 1481 erhält Marschall Georg von Pappenheim-Treuchtlingen tauschweise einen Hof vom Kloster Wülzburg einen Hof zu Nidern Heumedern.

1596 gehören dem Marschall von Pappenheim-Treuchtlingen zwei Höfe und ein Haus zu Vndterheumödern, später den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Unter- und Oberheumödern hatten 1824 zusammen 18 Anwesen und 114 Einwohner. 1846 zählte Unterheumödern "25 Seelen". Heute besteht der Ort nur noch aus zwei Vollerwerbsbetrieben.

Schambach (ca. 425 m)

Schambach
Willibaldskirche

Das Dorf liegt am Eingang des lieblichen Schambachtals und wurde erstmals 802 erwähnt, als Regins(w)ind, eine Angehörige des fränkischen Hochadels, ihr väterliches Erbe im Dorf Scammaha dem Kloster St. Gallen in der Schweiz u. a. übergibt. Es kann angenommen werden, dass es sich hier um ehemaliges fränkisches Königsgut handelt. Der Name bedeutet etwa "zu dem kurzen Bach", nach skam = kurz und ahwô = fließendes Wasser. Zwischen 1057 und 1075 weihte Bischof Gundekar von Eichstätt eine Kirche in Schammach. Die Ortsentstehung, ausgehend von Ortslage, -name und Patrozinium dürfte im 8./9. Jahrhundert gewesen sein.

1214 haben die Marschälle von Pappenheim hier sieben Eigen- und Zinsleute, außerdem zwei Meierhöfe, zehn Huben und ein Gütlein; dies war wohl der größte Teil des damaligen Dorfes. 1253 wird ein Ortsadelsgeschlecht erwähnt (Sivvride de Schambach). 1341 verkaufte Marschall Heinrich von Pappenheim diesen Besitz an Ulrich Schenk von Geyern und andere. 1456 ging das Dorf an Weißenburg und später wieder zurück an die Marschälle, schließlich auch an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. 1792 gehörte der Ort den Grafen von Pappenheim. Die Kirche des Kirchdorfes ist dem Hl. Willibald geweiht und gehört als Filiale zur Pfarrei in Dietfurt. Die Burg des ehemaligen Ortsadelsgeschlechts befand sich im Ort an der Stelle der früheren Gastwirtschaft Eckerlein. 1824 hatte der Ort mit seinen 66 Anwesen 403 Bewohner. 1846 waren ein Weißbierbrauer und Wirt, eine Bierschenke, ein Salzhändler und zwei Schäffler ansässig.

Seit 1919 wurde das Braurecht auf der Gastwirtschaft "Zum Güldenen Ritter" der Familie Eckerlein nicht mehr ausgeübt und 1961 auch das Wirtshaus geschlossen. Das Gasthaus Kühnlein stellte seinen Betrieb 1970 ebenfalls ein. Im gleichen Jahr wurde eine kleine Fläche (das Schambachried) mit sieben Hektar vom Bund Naturschutz als Naturschutzgebiet erworben.

Seit den 1960er/1970er Jahren wandelte sich der Ortscharakter vom Bauerndorf hin zum Pendlerwohnort, insbesondere durch mehrere Wohngebiete.

 

Von Schambach aus hat man die Möglichkeit die Natur des Altmühltals mit den vielen örtlich gebotenen Aktivitäten zu erkunden. Ausflüge dorthin sorgen für einen abwechslungsreichen Urlaub. Zudem eignen sich Breit’s Brotzeitstub‘n und der historischen Brauereigasthof „Zum Güldenen Ritter“, mit einem traumhaften Biergarten, ideal zur Einkehr bei einem gemütlichen Mittag- oder Abendessen.

Schlittenhart (ca. 580 m)

1306 verkauft Graf Ulrich von Truhendingen dem Ritter Konrad von Rechenberg den Ort "Slitenhart". Der Name kommt von "Siedlung zum (lichten Weide-) Wald, aus dem auf Schlitten Holz abgeführt wird". Seit 1486 gehört der Weiler zum Kloster Heidenheim und mit diesem später den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. 1824 wohnten in den acht Höfen 98 Personen. 1846 gab es hier einen Wirt und einen Schneider.

Wettelsheim (ca. 420 m)

Martinskirche

Am Fuß der Hahnenkammberge Patrich und Vierstein befindet sich der im 5. / 6. Jahrhundert entstandene Ort Wettelsheim. Er wird erstmals 1044 genannt, als Kaiser Heinrich III. seiner Gemahlin Agnes Güter in Dietfurt, Pappenheim und Wetelesheim schenkt.

Der Ortsname ist zu erklären mit "zum Heim eines Watil". Zwischen 1057 und 1075 weiht Bischof Gundekar von Eichstätt eine Kirche, die im 13. Jahrhundert dem Kloster Wülzburg zufällt. Später sind das Kloster Kaisheim, die Marschälle von Pappenheim und das Kloster Wülzburg mit Besitz in Wettelsheim vertreten.

 

Zusammen mit dem Kloster Wülzburg geht Wettelsheim an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach über; es steht somit unter der Verwaltung des brandenburg-ansbachischen Oberamts Hohentrüdingen.

Die erste Kirche dieses Pfarrdorfes ist dem Heiligen Martin geweiht, was auf karolingischen Einfluss hinweist.

Christuskirche
Wettelsheim

Die heutige Pfarrkirche wurde 1756 durch den markgräflich-ansbachischen Baumeister David Steingruber im Amtshof erbaut. 1824 hatte das Dorf 148 Anwesen und 696 Einwohner. 1846 gab es einen Bräuer und fünf Wirtschaften, vier Branntweinbrenner, einen Bader, einen Essigsieder, einen Siebmacher und zwölf Weber. Von 1740 bis 1978 gab es ständig einen oder zwei Hafner im Ort.

Trotz der geringen Entfernung zu Treuchtlingen gibt es in dem rund 1.500 Einwohner zählenden Dorf eine erstaunliche Vielfalt an Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen. Kindergarten und Grundschule, Bank und Läden befinden sich in zentraler Lage, ebenso wie die Gastronomie.

 

Im kulturellen Bereich kann Wettelsheim auf ein Ortsmuseum (Internet: www.ortssammlung-wettelsheim.de ) verweisen. 17 Vereine bieten außerdem ein vielseitiges kulturelles und sportliches Angebot an.

Die Entwicklung der Gewerbetreibenden vor Ort wurde unterstützt, die Anzahl der Arbeitsplätze im Bereich Industrie und Handwerk ist dadurch vergleichsweise hoch. Selbstverständlich wird im Dorf auch noch Landwirtschaft betrieben. Der Flächennutzungsplan für den Ortsteil besteht seit 1974 und wurde 1998 umfangreich geändert. Bestandteile dieser Änderung waren in Wettelsheim die Darstellung einer neuen Wohnbaufläche mit ca. 6 ha und Erweiterungsflächen im gewerblichen Bereich an der Bahnlinie Treuchtlingen - Gunzenhausen.

Die Maßnahmen der seit 1989 durchgeführten Dorferneuerung haben insbesondere im Bereich der Rohrach zu einer ausgezeichneten Gestaltung des Straßenbildes geführt. Auch das unter Ensembleschutz stehende "Riedlein" wurde umfassend erneuert. Bemerkenswert dabei war die hohe Mitwirkungsbereitschaft der ansässigen Bevölkerung, ohne deren Investitionsbereitschaft und Mitarbeit die Sanierung dieses historischen Quartiers nicht hätte gelingen können.

Wettelsheim wurde im Jahre 2000 Bezirkssieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" und erhielt 2001 im Landeswettbewerb eine Silbermedaille.

Weitere Informationen sind auch der Internetseite www.wettelsheim.de zu entnehmen.

Windischhausen (ca. 480 m)

Windischhausen

Das kleine Dorf Windischhausen ist in das reizvolle östliche Rohrachtal eingebettet. Der Ort wurde anlässlich der Kirchweihen durch Bischof Gundekar von Eichstätt 1057 und 1075 erstmals unter dem Namen Slauuanishusen erwähnt. Der Ortsname bedeutet "zu den Häusern eines Slavan". Dies lässt sich umdeuten in "zu den windischen Häusern". Demnach wohnte hier ein Slawe mit Namen Slavan. Es ist anzunehmen, dass der Ort im 8. bis 10. Jahrhundert unter slawischem Siedlungseinfluss gegründet wurde. 1251 wird der Ort Windischen Husen genannt.

Später sind hier die Grafen von Truhendingen, dann das Kloster Wülzburg, Wirich und Ulrich von Treuchtlingen sowie das Kloster Rebdorf in Eichstätt und das Kloster Heidenheim begütert. 1824 hatte das Kirchdorf, dessen Filialkirche das Patronzinium des hl. Zeno und als Pfarrkirche die obere Kirche zu Markt Berolzheim hatte, 34 Anwesen mit 202 Einwohnern. 1846 gab es hier einen Bräuer und Wirt, zwei Branntweinbrenner und einen Salzhändler. Zwischen 1850 und 1900 wurde hier auch das Hafnerhandwerk ausgeübt.

Neben den landwirtschaftlichen Betrieben gibt es hier heute eine Landmaschinenhandlung mit Werkstatt, einen Pkw-Händler, eine Reifenhandlung und eine gute Gastwirtschaft. Ansonsten pendeln die Arbeiter nach Treuchtlingen. Die idyllische Lage zwischen bewaldeten Hügeln lädt zu Wanderungen durch den Hahnenkamm ein. Prächtige Wälder reichen bis an den Ort heran.